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Schwangerschaft ganzheitlich erleben

Buchvorstellung: Geborgene Babys


Ein erfrischendes Buch zum um die Ecke denken.

“Bemerkenswert!”, sagt die Therapeutin und Autorin Rita Messmer im Vorwort über das Buch Geborgene Babys und ich bin geneigt, zuzustimmen. Julia Dibbern hat ein gut zusammengestelltes Buch über moderne Elternschaft, Attachment-Parenting geschrieben. Es hat das Potential, das Herz der Lesenden zu erreichen.
Die Autorin schreibt natürlich und angenehm locker, das ganze Buch macht einen sehr angenehmen und vor allem sehr ehrlichen Eindruck beim Lesen. Man kann die Herzenswärme der Autorin nahezu spüren, ohne dass das Buch in irgendeiner Weise überzogen oder kitschig wäre.

Julia Dibbern erhebt bewusst keinerlei Anspruch auf Objektivität, bietet aber nichts desto trotz reale Fallbeispiele und überzeugende Forschung. Sie geht darauf ein, was uns oft im Kopf rumspukt, wenn wir mit gewissen Konzepten das erste mal konfrontiert werden und argumentiert immer fair, offen und gut fundiert für den Ansatz, der gemeinhin mit Attachment Parenting überschrieben wird. Es geht in dem Buch um die enorme Verantwortung der Eltern für die Zukunft, um die Bedürfniserfüllung des Babys, Bonding, Stillen, Familienbett, windelfrei, Tragen, Saubersein, Leben mit Kindern, Weinen, die Angst vor dem verwöhnten Kind und vieles mehr. Dabei geht die Autorin immer besonders auf sogenannte Mythen in dem jeweiligen Bereich ein: vieles, was man vom Hörensagen kennt, von Hand zu Hand weitergereicht wird und gerne als Totschlagargument gegen neue Ansätze benutzt wird. Julia Dibbern setzt Forschung, Erfahrung und ihre Meinung dagegen. Überzeugend und anregend ist das Buch nicht nur durch die Inhalte, die gut zusammengestellt wurden, sondern vor allem durch den erfrischenden und ehrlichen Grundton. Die Autorin beschreibt ihre eigenen Ängste und Vorurteile und wie und warum sie sich auflösten, wie und warum sie sich für die Methode entschied bzw. welche Erfahrungen sie damit machte.

Das Buch beinhaltet auch ein Kapitel über Schwangerschaft und eins über Geburt, der Schwerpunkt liegt aber auf der Babyzeit. Das Schwangerschaftskapitel handelt ausgehend von den Erfahrungen der Autorin in ihrer ersten Schwangerschaft von dem Prozess, auf den Körper und das Gefühl zu hören und beschäftigt sich auch mit der Frage der Ultraschalluntersuchungen. Im Kapitel der Geburt macht sich die Autorin stark für die Hausgeburt (kündigt dies auch genauso an). Im Vorwort beschreibt die Autorin ihre Famlie: “Wir machen also mittlereweile so ziemlich alles anders, als “man” es gemeinhin macht. Für viele, auch sehr bewusste Eltern ist das “zu extrem” oder “zu radikal”. Der Witz ist, dass wir einfach das tun, was uns am logischten und am richtigsten vorkommt, ohne irgendeine Einordnung oder Beurteilung auf einer politischen oder gesellschaftlichen Skala. Ich finde uns eigentlich völlig normal…”

Geborgene Babys

Geborgene Babys - Cover der neuen, 3. Auflage

Diese Stelle gibt gut den Ton des Buches wieder weist auch auf die Schattenseite hin: Es kann durchaus sein, dass sich Leserinnen und Leser vor den Kopf gestoßen fühlen und nicht folgen können, da sie nicht von der Autorin an die Hand genommen werden. Ich halte aber eigentlich das Buch für gut nachvollziehbar und finde es hilfreich, dass sie auch immer ihre eigenen Vorbehalte schildert, die sie hatte. Dass es eine geeignete Einsteigerlektüre zum Thema Attachment Parenting ist, wenn die Lesenden noch keine Anknüpfungspunkte zu dem Thema haben, wage ich zu bezweifeln. Bei Interesse und aktiver Neugierde auf die Themen kann ich das Buch aber rundum empfehlen.

Geborgene Babys
Beziehung statt Erziehung
Anahita Verlag 2004
218 Seiten
17,50 Euro

Hast du das Buch gelesen und eine Meinung dazu, ich bin sehr gespannt, sie in den Kommentaren zu lesen!

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