Freiberufliche Hebammen brauchen wir nicht?!!

Am 8.7.2015 – also 7 Tage nach der erneuten Erhöhung der Haftpflichtversicherung, die für so viele Hebammen das Aus bedeutet – sagt Ann Marini, stellvertretende Pressesprecherin des Spitzenverbandes der Deutschen Krankenkassen im NDR, dass freie Hebammen nicht notwendig sind.

Der Komplette Beitrag ist hier zu hören

Sie sagt „vielleicht nicht“ und verweist darauf, dass Hebammen wirtschaftlich denken müssen und wenn es sich nicht lohnt, können sie halt ihren Beruf nicht ausführen. Ganz marktwirtschaftlich. Nur, wer bezahlt denn die Hebammen? Die Krankenkassen. Es ist kein marktwirtschaftlicher Beruf. Sie sagt quasi, es lohnt sich nicht – ja, weil die Verbände, die sie vertritt, zu wenig zahlen. DAS hat sie natürlich nicht gesagt.

Ohne freie Hebammen gibt es keine Wochenbettbetreuung zu Hause!

Das ist ein ganz erhebliches Problem und betrifft ALLE, egal wo und wie sie geboren haben. Wie wichtig diese frühe Betreuung ist, davon kann auch das Netzwerk Frühe Hilfen ein Lied singen, denn die Hilfsangebote von Eltern mit Säuglingen hat immer noch genug Lücken. Die Wochenbetthebamme hilft gegen Überforderung, bei Stillproblemen, beim Eingewöhnen, und bei der Früherkennung von Problemen.

Ohne freie Hebammen keine Wahlfreiheit bei der Geburt!
Aber es geht um ALLE Leistungen der freiberuflichen Hebammen, die eben nicht nur wichtig sind, wenn man alternative Wege geht, sondern alle betreffen.

Hier ist der hochinteressante Beitrag komplett zu hören: http://www.ndr.de/info/sendungen/redezeit/Hebammen-in-Not,sendung382492.html

Nach diesen Äußerungen geht ein weiterer Aufschrei durch das Netz. Hier sind einige Links, die die Situation tiefergehend erklären und aufrufen zu Aktionen, sowie Reaktionen auf die Äußerung wiedergeben:

Frau Marini, Deutschland braucht auch freiberufliche Hebammen!

9. Juli 2015 · von Christian · in Geburt, Hebamme, Kinderkriegen, Schwangerschaft, Wochenbett

Sehr geehrte Ann Marini, ich weiß nicht, ob Sie sich Ihre Worte vorher überlegt haben, aber da Sie als Pressesprecherin des GKV-Spitzenverbandes arbeiten, muss ich unterstellen, dass Sie wissen, was Sie tun. Umso mehr schockiert mich Ihre Aussage als offizielle Vertreterin der Gesetzlichen Krankenkassen, dass Sie glauben, freiberufliche Hebammen bräuchte man in Deutschland nicht. Ich fürchte, das sehen so einige Menschen da draußen etwas anders als Sie. http://www.zockt.com/vonguteneltern/?p=4951

Protest

Los! Steht mit uns auf! Jetzt! Das darf nicht sein!
‪#‎Elternprotest‬ heute für eine ‪#‎sichereGeburt‬, Schwangerschaftsvorsorge und Wochenbettbetreuung. ‪#‎Eltern‬ brauchen ‪#‎Hebammen‬!

Bitte sendet Euren Protest an presse@gkv-spitzenverband.de oder ruft hier an:

* Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit

Mo bis Do von 08:00 bis 18:00 Uhr
Fr von 08:00 bis 12:00 Uhr

Fragen zur Krankenversicherung:
030 340 60 66 – 01

oder den

* GKV-Spitzenverband direkt
030 20 62 88-0

ein Fax geht auch unter 030 20 62 88 88.

Denn GKV-SV, ‪#‎IhrbrechtRecht‬!

Desweiteren läuft unsere Petition auf change.org/elternprotest bis zum 13. Juli 2015 weiter! Ladet alle ein! Wir wollen das Minimalziel von 150.000 bis zur Übergabe erreichen!

Kein Herz, kein Hirn oder beides?

Veröffentlicht am 10. Juli 2015 von Frau Venus

„Hallo, ich bin’s!“ – wie habe ich mich gefreut, die Stimme meiner Hebamme an der Gegensprechanlage zu hören. Damals, als ich mit meiner Tochter aus dem Krankenhaus daheim war und es kaum erwarten konnte, ihr endlich endlich mein kleines Mädchen zeigen zu können. Ich hatte elf Tage übertragen und war die Letzte aus meinem Geburtsvorbereitungskurs, die endlich ihr Kind in die Arme nehmen konnte. Und wie sehr hat es mich beruhigt, dass sie mit ihrer ruhigen Art zugehört hat, nachgefragt hat, mir bei Startschwierigkeiten zur Seite gestanden hat. Zum Beispiel, als sie abends um zehn vor der Tür stand und mir geholfen hat, meine plötzlich auftretenden grässlichen Schmerzen einzuordnen und zu behandeln. Hätte ich sie nicht gehabt, hätte ich fiebernd, frisch entbunden, mit Mann und Säugling in die Notaufnahme fahren müssen.
http://dailydress.de/002975_kein-herz-kein-hirn-oder-beides/

Beitrag

Mona Lisa

(oben auf Hebammen in Not klicken)

http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/programdata/2eacdf52-b3a1-376d-8934-ec71b18c7187/20458797?doDispatch=1

 

Tweet von MotherHood eV

26. Juni

gesetzliche Kassen lassen Frauen im Stich! für

Eingebetteter Bild-Link

Tweet

 Es gibt kaum noch , die arbeiten können…keine Absicherung von Versicherungsseite.

 
Frauen sind keine Gebärmaschinen!

Gegen die wirtschaftlich optimierte Geburt

Hier erläutern wir ausführlich unsere Forderungen an die gesetzlichen Krankenkassen. Eine persönliche Vorstellung der Petenten erfolgt hier.

 

21 Mai

Die Populationsgröße einer Art unterliegt ständigen, zufälligen Schwankungen von Generation zu Generation und von Jahr zu Jahr. Bei kleinen Populationen kann so einfach per Zufall, in einer Reihe von schlechten Jahren, die aufeinander folgen, die Populationsgröße auf Null absinken. (Wikipedia: Aussterben)

Größere Abweichungen von den normalen Umweltbedingungen einer Art, werden meistens als Katastrophen bezeichnet. Katastrophen sind zwar selten, führen dann aber um so unausweichlicher zum Populationsschwund. Eine selbstgemachte Katastrophe ist die Habitat-Zerstörung. Der Art wird einfach die Grundlage ihrer Existenz entzogen. Das Schlimme ist, dass es sehr schwierig ist, eine im Aussterben befindliche Art wieder aufzubauen.

Diesen „Point-of-no-Return“ haben wir Hebammen fast erreicht.

Ich informiere euch im Folgenden über den aktuellen Stand der Katastrophe und gebe Anregungen dafür, was man jetzt noch tun kann:

Das Dilemma

Das Grundproblem beschreibe ich gern noch mal in Kurzform. Und wer schon Bescheid weiß, kann einfach bis zur lila Trennlinie weiter unten “vorspulen”.

 

Offener Brief nach den Äußerungen

Ich möchte hier meine Mail mit euch an Frau Marini vom Gkv Spitzenverband teilen. Wenn ich könnte, würde ich ganz andere Worte finden, aber was bringt das. Protestiert! Macht euch laut und stark.

Sehr geeherte Frau Marini,

ich hoffe, Ihr Postfach quillt grad über mit Protestmails gegen Ihre Äußerung, dass freiberufliche Hebammen keiner braucht. Also ich korrigiere, Sie meinten ja „Wir“. Für wen genau sprechen Sie da? Mich können Sie nicht meinen. Vielleicht die Presseabteilung des GKV? Weil alle aus dem gebärfähigen Alter raus sind, keine Kinder wollen oder Männer sind? Anders kann ich mir eine solche, ich nenne es mal vorsichtig, Entgleisung, nicht erklären.

Sie sehen auf den Fotos noch jung aus, vielleicht haben Sie noch keine Kinder. Dann brauchen Sie tatsächlich keine Hebamme. Noch nicht. Bis Sie schwanger sind, es vielleicht zwickt und Sie sich sorgen. Wen rufen Sie dann an? Dann ist das Kind auf der Welt, man verabschiedet Sie aus dem Krankenhaus und dann stehen Sie mit ihrem Mann zu Hause und halten Ihren Nachwuchs in den Armen. Ich kann nur hoffen, dass Sie sich dann nie überfordert fühlen, an sich zweifeln, dass das stillen reibungslos klappt, Sie genug Schlaf bekommen, keine Hilfe oder Tricks benötigen, um einen Milchstau zu lindern. Ihre Wunden heilen und Sie dann einen kompetenten Berater an der Krankenkassen Hotline haben, der, die vielleicht peinlichen Fragen aus der Ferne beantwortet. Stimmt. Dann brauchen wir alle keine freiberuflichen Hebammen mehr. Wir haben ja die tolle Krankenkassenhotline und die drei Tage Versorgung im Krankenhaus. Das wird doch wohl reichen! Denn woanders werden Sie nicht mehr entbinden können! Geburtshäuser oder sogar Hausgeburt? Nichts da. Abgeschafft. Massenabfertigung im Krankenhaus mit überarbeiteten Hebammen und gestressten Ärzten, die zwischen den Geburten hin und her springen. Keine beruhigende, kraftgebende Hebamme, die Sie unterstützt, wenn Sie weinend auf dem Sofa sitzen, weil Ihre Brustwarzen bluten. Über Jahrhunderte angesammeltes Wissen, fernab von Hightech Medizin Wissen wird es dann nicht mehr geben. Wozu auch? Wer braucht denn eine Hebamme? Sie sicher nicht. Sie sind anscheinend stark genug, schnell das Kind auf die Welt zu bringen und nach Hause zu gehen.

Und jetzt sagen Sie nicht, früher brauchte man die Hebammen, weil die medizinische Versorgung schlecht war. Ganz falsch ist das. Viele Ärzte stören den natürlichen Geburtsvorgang, drängen zu Kaiserschnitten oder Interventionen, die nicht nötig wären. Und diese Ärzte sind nach der Geburt auch nicht mehr für Sie erreichbar, wenn Sie auf Toilette sitzen und sich nicht trauen, weil die Damnaht schmerzt. Aber da haben Sie dann ja das Telefon in der Hand. Die Beratungsstelle der Krankenkasse. Sie wissen schon. Aber bitte nur bis 17 Uhr! Dann sitzen Sie da, in der Großstadt, ohne die Gemeinde, das uralte überlieferte Wissen, haben nur das Internet, den überforderten Mann, ein schreiendes Baby und Ihre Überforderung. Klingt traumhaft.

Es ist mir ein Rätsel, was Sie zu dieser Aussage trieb. Wahrscheinlich wundern Sie sich auch, warum in Deutschland keiner mehr Kinder bekommen möchte. Aber nein, die wegrationalisierten Hebammen spielen dabei sicher keine Rolle. Die braucht doch keiner. Baby raus, ab nach Hause, läuft schon.

Ich würde Ihnen gern wünschen, dass Sie während Ihrer Schwangerschaft und der ersten Zeit mit Baby tatsächlich keine Betreuung finden. Auf sich allein gestellt sind und Sie nicht auf die Uhr schauen können bis Ihre Hebamme kommt. Um sich Ihre Sorgen anzuhören. Sie zu ermuntern, aufzubauen, Ihnen zu sagen, dass Sie als Mutter alles genau richtig machen. Aber wenn ich das wünsche, dann ist ja das Schlimmste eingetreten, dass tatsächlich keine freiberufliche Hebamme mehr da ist. Und das wäre nicht nur das Schlimmste was Deutschland passieren könnte und ein Armutszeugnis sondergleichen, das wäre eine Katatstrophe für jede Frau, Schwangere und Mutter. Und bitte, denken Sie eine Minute nicht nur an sich. Denken Sie auch an Ihre zukünftige Tochter, die keine Hilfe mehr von einer Hebamme erhalten wird. Aber sie hat dann ja Sie. Und wir wissen ja, wie gern man „gutgemeinten“ Rat von Eltern und Bekannten die ganze Zeit annimmt. Die einen ja immer verstehen. Aber dann können Sie zu Ihrer Tochter sagen: „Weißt du, dafür hattest du doch drei schöne Tage im Krankenhaus. Und schau mal, was für schöne Broschüren deine Krankenkasse gedruckt hat und wenn es gar nicht mehr geht, wählst du die Hotline. Der kompetente Mitarbeiter hilft gern bis 17 Uhr, wenn du die Warteschleife überstanden hast. Wer braucht schon Hebammen, mein Schatz?“

Ich kann nur hoffen, Sie überdenken Ihre Aussage, erinnern sich an die Zeit, als Sie eine Hebamme benötigten, sollten Sie schon ein Kind haben oder aber Sie kommen kurz mal in den Genuss ohne Hebamme da zu stehen. Und sei es, dass sie nur kurz im Urlaub ist.
Aber wenn es doch so weit kommt, dann haben Sie ja immerhin eine Menge Geld gespart, oder? Was machen Sie eigentlich damit? Flyer basteln? Achso. Hotline einrichten. In der heutigen Zeit ja die neue persönliche Beziehung.

Enttäuschte und wütende Grüße von einer Zweifach-Mutter, die ohne ihre Hebamme manchmal die Kinder gern einfach schreiend auf dem Sofa liegen gelassen hätte, die Selbstzweifel hatte und völlig übermüdet und hilflos war, die ohne ihre Hebamme nicht die Stärke und das Vertrauen in sich gewonnen hätte, eine gute Mutter zu sein,
Henriette Zwick

 

 

 

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