“Junges sympathische Paar sucht Hebamme. Dringend. Zahlen Belohnung von 500 Euro.”
Sind solche Suchanzeigen bald Realität?
Es zeichnet sich jedenfalls bereits ab, dass es ab Juli 2010 nur noch mit Glück gelingt, eine Begleitung durch eine Hebamme zu finden, die eine 1 zu 1 Betreuung garantiert!
Der Grund: Ab dem 01. Juli 2010 steigt die Berufshaftpflichtversicherung für freiberuflich in der Geburtshilfe arbeitende Hebammen auf einen Jahresbeitrag von 3700 € – eine Erhöhung von 56 Prozent!
Eine Beleghebamme in Berlin bekommt 237 € (brutto) für eine Geburt. Damit ist ein die Existenz sicherndes Arbeiten nicht mehr möglich. Und von einer angemessenen Bezahlung der Hebammen sind wir ohnehin meilenweit entfernt.
Wahlfreiheit in der Geburtshilfe bedeutet, dass Schwangere und ihre Familien die Möglichkeit haben, an einem Ort ihrer Wahl selbstbestimmt zu gebären. Diese Möglichkeit wird mit der Beitragserhöhung ausgehebelt. Denn nicht nur Beleghebammen, auch Hausgeburtshebammen und Hebammen in den Geburtshäusern können ihre Leistung nicht mehr anbieten.
Bei einem Treffen der Berliner Beleghebammen ist deutlich geworden, dass diese ihr geburthilfliches Angebot nicht mehr aufrecht erhalten können. Seit Jahren decken die Erhöhungen unserer Gebühren nicht einmal den Inflationsausgleich ab. Eine so massive Erhöhung der Berufshaftpflichtprämie ist nicht mehr tragbar. Zumal die Erhöhung der Haftpflichtprämie nicht durch einen Anstieg der Schadensfälle verursacht worden ist, sondern durch massiv angestiegene Pflegekosten der Geschädigten. Deshalb dürfen diese hohen Schadensaufwendungen auch nicht den Hebammen aufgebürdet werden.
“Wenn es in dieser Angelegenheit keine zeitnahe Korrektur gibt, wird die flächendeckende Versorgung spätestens zum 1. Juli 2010 zusammenbrechen. Deshalb appellieren wir an die Politik! Wenn sie ihrem Sicherstellungssauftrag nachzukommen will, muss sie sich gemeinsam mit uns für eine rasche politische Lösung einsetzen”, sagt Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes.
Ulrike v.Haldenwang, 1.Vorsitzende
http://www.berliner-hebammenverband.de/eltern/aktuelles
Unter dem Motto“ Wir wollen eine Hebamme die Zeit für uns hat und von Ihrer Arbeit leben kann“ rufen wir zu einer Kundgebung auf für 5.Mai, 15.30 Uhr vor dem Charité Campus Virchow-Klinikum.
Hebammen leiden unter der Vernichtung ihrer Existenz, aber Leidtragenden sind auch werdende und junge Familien.







[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Nora Amala Bugdoll erwähnt. Nora Amala Bugdoll sagte: Hebammenbetreuung vor dem Aus! http://www.rund-und-gluecklich.de/blog/?p=126 [...]
[...] erfolgreichen Protestes) ein Gespräch mit dem Bundesgesundheitsminister statt. Die Situation ist wie bereits geschildert dringend, da viele Hebammen ab 1.7.2010 aufgrund der hohen Versicherungsbeiträge ihre Arbeit nicht [...]