„Du gefährdest dein Kind“ – über das Ausarten von Diskussionen

Fortsetzung des Artikels Ideologie rund um die Geburt schadet uns allen. 

Warum entgleisen Diskussionen in Schwangerschaftsforen und unter Müttern, die sich nicht kennen so leicht? Warum ist da doch so viel Ideologie und Unverständnis? 

Weil die Themen sich so groß und so lebenswichtig anfühlen.  

Es geht immerhin um Kinder, vielleicht sogar um das LEBEN der Kinder.  

Auf allen Seiten wird immer die Keule „Du gefährdest Dein Kind“ geschwungen. Für und gegen alles. Wenn wir mal tief durchatmen. Daran denken, dass wir hier sehr sicher leben und die Wahrscheinlichkeit dass eine Handlung tatsächlich eine akute Lebensgefahr erzeugt doch nicht so hoch ist – und dass es trotz allem erst mal eine Wahrscheinlichkeit beruhend auf einer Absichtserklärung ist – also keine Situation in der man jetzt zugreifen muss, um jemandem das Leben zu retten…. dann ist schonmal viel gewonnen und wir können solche Situation besser aushalten. 

Ich gedenke nicht in den Kommentaren zu diskutieren was denn jetzt wirklich untragbar und gefährlich ist und was nicht. Denn genau diese Diskussion ist Teil der Ideologie auf allen Seiten. Wir alle wollen Schaden von Kindern abhalten. Aber kaum eine Gruppe Menschen wird sich einig sein, wie das geht. Früher hat war die Kultur zeitweise so eng und einheitlich, dass sich eine große Gruppe von Menschen eben doch einig war. Und zwar über Dinge, die heute für uns unvorstellbar sind im Umgang mit Kindern. Heute leben wir mit unterschiedlichen Meinungen. So ist das Leben. Uns geht es allen besser, wenn wir die Keule „Du gefährdest Dein Kind“ einmotten. Bei dem Satz hört sowieso keiner zu. Der Bluthochdruck verhindert das.  

 

Ich habe Angst, dass Du das Kind gefährdest. 

Darauf läuft diese Diskussion ja hinaus. Also habe ja zuallererst einmal ICH Angst. Ich habe das Gefühl, ein Kind retten zu müssen – das ist so gesehen Teil meiner biologischen Programmierung. Nachwuchs in Gefahr?  Hier kommt die Löwenmama (oder der Löwenvater).  

Aber das hilft eigentlich nur im Straßenverkehr und bei Spielunfällen. Nicht bei Diskussionen. 

Das Problem ist:  meine Argumente sind immer besonders logisch und ich weiß, dass ich recht habe. Warum sieht das die andere Person nur nicht? Weil die andere Person die gleiche Perspektive hat: logische Argumente und das Wissen ums recht haben. 

Es gibt einfach wirklich viele Themen und Bereiche des Lebens, da gibt es nicht die EINE richtige Meinung / Handlung. Und das was mir hier und heute auf der Basis dessen, was ich bis hierhin gelernt habe, richtig erscheint muss Dir wo du gerade bist und wo du herkommst eben nicht richtig erscheinen – und wer weiß, wie ich in 4 Jahren darüber denke. Denn immerhin verändern wir uns. 

Worauf will ich also hinaus: Verständnis der Person und ihrer Situation bringt uns weiter (und kann ich nur erleben, wenn ich offen nachfrage und meine Vorannahmen außer Acht lasse) Niemand ist bei dem was er tut, auf meine Genehmigung angewiesen. Und deshalb will es auch niemand hören, wenn ich es nicht billige. Du möchtest auch nicht „angepöbelt“ werden von jemanden, der eine Gegenteilige Meinung in einer Sache vertritt.  

Die andere Person ist trotzdem ein guter Mensch und Recht haben bringt rein gar nichts.  

Also, tief durchatmen und ruhig und sachlich bleiben oder auch mal gar nichts sagen. 

 

P.S. Auf Facebook neu ist jetzt meine Diskussionsgruppe Mut und Selbstliebe für Visionary Mamas. Es geht darum, bei all dem Gegenwind für sich und das Kind einzustehen. Eine mutige Mama zu sein, die nicht nur aus Angst reagiert. Unsicherheit und  Schuldgefühle hinter sich zu lassen. Komm doch mal vorbei.

Schwangerschaftbegleiterin. Ich helfe Dir, eine positive, grandiose Schwangerschaft und Geburt zu erleben.

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