Wissen Sie was? Ich hatte nie vor, Mutter zu werden. Zwar war ich nicht hundertprozentig abgeneigt, aber es war auch kein Baustein meines Lebensplanes. Und dann wurde ich schwanger. Ungewollt, ungeplant. Ich lies mich auf das Abenteuer ein, das mein Leben gründlich umkrempelte.
Anfang 30 hatte ich überhaupt gar keine Ahnung von Schwangerschaft oder Kindern. Mein Freundeskreis war kinderlos, in meinem Bekanntenkreis gab es weniger als eine Handvoll Kinder. Ich fühlte mich schlicht und ergreifend unzureichend informiert und ausgebildet, um ein Kind zu bekommen. Und die Dimensionen dieses Themas machten mir große Angst – ja Panik. Aber da ich ja schon schwanger war, entschied ich, dass es dann wohl das Beste wäre, mich auch völlig darauf einzulassen und all das nachzuholen, was ich vielleicht wissen müsste. Ich habe im Prinzip einen neuen Job angenommen, an dem Tag, an dem ich meine Schwangerschaft akzeptiert habe. Nur, die Ängste gingen davon natürlich nicht so ohne weiteres weg.

Da ich meditieren und Forschung in meinem Inneren gewöhnt war, fand ich relativ zügig Dinge, die mir helfen konnten. Und mir schwebte vor, zusätzlich zu der Hebamme eine Begleiterin zu finden, die auf der Ebene, auf der ich meine Ängste und Probleme angehen wollte, helfen konnte und die mir helfen konnte, die Schwangerschaft als Entwicklung und spirituelle Zeit zu erleben. Eine solche Begleiterin fand ich nicht.
Ich fand auch nur drei Bücher – über die gesamte Schwangerschaft verteilt -, die sich diesen Themen überhaupt widmeten. Ich war damals so sauer darüber, dass ich beschloss, daran etwas zu ändern und genau das, was ich vermisste und brauchte aber nicht fand, anderen anzubieten, sobald mein Kind groß genug wäre.

Nichts in meinem Leben hat mich mehr herausgefordert als die Schwangerschaft und Mutterschaft (die ersten 1,5 Jahre). Es war die Zeit der größten Veränderung, der tiefsten und meisten Ängste, eine sehr emotional vollgeladene, turbulente Zeit, an der ich ständig an meine Grenzen gekommen bin. Fast täglich.

Genauso wie viele Frauen vor mir, bin ich daran gewachsen. Und auch wenn Ängste und Veränderungen zum Mutterwerden dazu gehören und auch biologisch vorgesehen sind, ist es nicht vorgesehen, dass frau dies alleine mit sich (oder dem Partner) ausmachen muss.
So viele Informationen und Hilfe steht eben nicht in den Ratgebern, die im Bücherregal der nächsten Buchhandlung stehen. Denn es geht dabei oft nur am Rande um die körperlichen Veränderungen. Schwangerschaft ist eine Zeit des Wachstums und der Herausforderungen für die Frau, egal ob die Schwangerschaft ersehnt, unerwartet oder überschattet ist.

Deshalb konzentriert sich meine Arbeit auf das Glück in der Schwangerschaft, auf den Umgang mit Ängsten und Problemen, auf Kontakt mit dem Kind im Bauch, auf die Geburtsvorbereitung für eine Geburt ohne Schmerzen (die ich erleben durfte) und auf den Prozess des Mutterwerdens.

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