Zusammenhang zwischen PDA und Stillproblemen möglich: Was bedeutet dies für Schwangere, Gebärende und Wöchnerin?

Der Gedanke, dass die Art der Geburt sich auf die  Stillbeziehung auswirken kann ist zwar nicht neu aber auch nicht Allgemeingut.
Eine aktuelle Studie zeigt jetzt den wahrscheinlichen Zusammenhang zwischen PDA und anderen medikamentiven Schmerzhilfen und Stillproblemen- vor allem dem verspätetem Milchfluss.

Tatsächlich ist das Thema nicht neu sondern wird immer wieder untersucht, wenn es auch wenig Öffentlichkeit erhält. Da aber der Erfolg des Stillens von sehr vielen Variablen abhängt, ist es generell schwierig einen statistischen Zusammenhang zu beweisen. Außerdem variieren die Studien natürlich sehr stark darin, was nun genau untersucht wurde. Einige untersuchten zum Beispiel, ob das Kind binnen 24 Stunden gestillt wurde, andere wie lange es gestillt wurde und verglichen sehr unterschiedliche Ausgangsdaten dafür miteinander. Deshalb gibt es Studien, die einen Zusammenhang zwischen PDA und Stillerfolg ausschließen und welche, die ihn bewiesen sehen.

1 (2)Auch diese neue Studie von Lind, Perrine und Li dürfte keine endgültige Klarheit bringen. Sie beweisen in der Studie, dass Frauen, die Wehenschmerzmittel erhielten, ein 2-3 fach erhöhtes Risiko haben, einen verspäteten Milcheinfluss zu erleben.
Eine Studie aus 2003 legt nahe, dass nur 69.6% der Frauen mit PDA in den ersten 24 Stunden 2mal erfolgreich stillten, während dies 81% der Mütter konnten, die keine PDA erhielten.

Was bedeutet das jetzt für die Schwangere?

Es ist ein Fakt, der bedacht werden sollte. Das kann natürlich nicht bedeuten, dass Gebärende keine PDA zur Schmerzlinderung nutzen dürfen, aber es ist immer gut, sich klar zu machen, dass auch eine PDA nicht risikofrei ist.
Trotzdem ist die PDA für viele Frauen eine hilfreiche und geeignete Unterstützung beim Gebären.
Erfahrungsgemäß möchten die meisten Frauen gerne natürlich entbinden, halten es sich aber offen, die PDA in Anspruch zu nehmen, wenn die Schmerzen zu stark werden. So nachvollziehbar und sinnvoll dieser Ansatz ist, hat er einen Haken: Die wenigsten Frauen bereiten sich leider sinnvoll auf die Geburt vor, so dass viele von dem Verlauf überrascht werden und dann die PDA verwenden, auch wenn sie mit Vorbereitung und entsprechender Information sich hätten anders entscheiden können. Achtung: ich plädiere NICHT dafür, unerträgliche Schmerzen auszuhalten oder ähnliches. Sondern nur, sich umfassend vorzubereiten, damit man die Schmerzen verarbeiten kann und sie erträglich bleiben. Denn da liegt tatsächlich weit aus mehr Spielraum als die große Mehrheit der Frauen weiß.
Ansonsten ist und bleibt es dabei, dass es gut ist, dass wir heutzutage die Möglichkeit der PDA haben und es steht jeder Frau frei, sie zu nutzen.

Was bedeutet dies nach der Geburt für die Wöchnerin?
Ganz wichtig finde ich auch, dass dieses Wissen vor allem in Hinblick auf das Wochenbett und die Stillzeit verbreitet wird. Denn oft genug ist es so, dass eben die PDA das Mittel der Wahl für die Geburt ist und dann ist es gut zu wissen, dass eben eventuelle  Stillschwierigkeiten damit zusammen hängen können. Und zwar natürlich nicht, um sich ein schlechtes Gewissen zu machen, sondern um aktiv zu werden und die Motivation und das Durchhaltevermögen zu entwickeln, doch noch eine intakte Stillbeziehung zu entwickeln. Dazu gilt es zu sagen, dass die Krankenschwestern des Krankenhauses nicht immer die besten Ratgeberinnen und eine zusätzliche Konsultation einer Laktationsberaterin oder Stillberaterin  IMMER sinnvoll ist. Auch bei einer Nachsorgehebamme lohnt es sich oft, eine zweite Fachmeinung der Stillberaterin einzuholen, denn auch Hebammen sind nicht immer Stillexpertinnen.
Stillberatung kann wirklich weiter helfen und das Stillen verbessern und es ist tatsächlich prinzipiell möglich auch noch später mit dem Stillen zu beginnen (falls es eben anfangs nicht geht).

Dieser Artikel legte jetzt den Schwerpunkt auf Studienergebnisse und Risiken. Am Wichtigsten aber ist, dass Geburt kein Wettstreit ist und kein Test, den man richtig und falsch lösen kann.  Für jede Frau sind die Umstände anders und einmalig und das gilt auch für das Stillen (bzw. Fütterung).
Solltest Du mit den überall vorhandenen Risikoberichten nicht gut klar kommen, diese Angst und Sorge verursachen und Druck erzeugen, dann bin ich gerne für ein kostenlose Minicoaching da, um dir bestärkende Alternativen aufzuzeigen und dir einen Weg zu deiner eigenen Kraft und deinem Vertrauen zu zeigen.

 

 

Zum Weiterlesen für Interessierte (englisch):
http://www.scienceandsensibility.org/a-look-at-the-research-the-link-between-epidural-analgesia-and-breastfeeding/
http://jhl.sagepub.com/content/30/2/167
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12583645

Schwangerschaftbegleiterin. Ich helfe Dir, eine positive, grandiose Schwangerschaft und Geburt zu erleben.

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