Ich möchte unbedingt ein Mädchen

„Ich sehne mich so sehr danach, ein Mädchen zu haben und kann jetzt für mein Kind gar nichts empfinden“. Wenn du jetzt schockiert bist, dies zu lesen, dann ist dieser Artikel gerade nicht für dich. Denn dies ist eine gar nicht so seltene Realtität. Sie wird verschwiegen. Die Frauen schämen sich. Und sind totunglücklich.

 

f2-keinegefühleweilichmädchDoppelt unglücklich. Zum einen, weil dieser unerfüllbare Wunsch so weh tut und zum anderen, weil sie darunter leiden, dass sie diesen Wunsch haben bzw dass sie ihr heranwachsendes Bauchbaby, das ein Junge wird, nicht so lieben können, wie es ihm zustünde.

11Es ist ein dunkler Ort voller Verzweiflung. Ein scheinbar auswegslose Situation, denn die Frau möchte gerne eine gute Mutter sein und ist selbst schockiert und traurig über ihr Empfinden. Ich kenne keine Zahlen, wie viele Frauen das betrifft. Ich glaube, es existieren auch keine, denn die allermeisten Frauen schweigen und leiden. Fast jeden Monat nimmt eine Frau all ihren Mut zusammen und schreibt mir hier. Ich kann mir vorstellen, dass dies auch bei den Seelsorgestellen ein bekanntes Thema ist.

Ich war zugegebener Maßen anfänglich überrascht, wie häufig dieses Empfinden ist – aber nicht schockiert. Das können die betroffenen Frauen kaum glauben – denn sie sind selbst ihre härtesten Gegnerinnen – wer schließlich will schon so empfinden und es kann schließlich nicht in Ordnung sein.

Nein, es ist tatsächlich nicht in Ordnung, denn die Frauen leiden und für die Babys ist es auch alles andere als ideal. Natürlich sind ein Junge und ein Mädchen gleichwertig und gleich wert geliebt zu werden – das wissen die Betroffenen auch. Sie sind vielmehr gefangen in einer Falle, die aus einem Wunsch entstanden ist, ein Wunsch, der sich schmerzhaft und übermächtig anfühlt. Das ist nichts, was man mal eben abwiegeln könnte oder abstellen. Ginge es, hätten sie es schon lange getan.

Es ist wie eine Falle: Gefangen zwischen dem unmöglichen schmerzhaften Wunsch und dem schlechten Gewissen und Schmerzen über das eigene Empfinden auf der anderen Seite. Ein Kreislauf. Manchen Frauen gelingt es, diesen Kreislauf durch ein einfühlsames Gespräch mit dem Ehemann oder der Freundin zu durchbrechen. Aber lang nicht allen. Die meisten leiden sich einfach durch, versuchen es mit ignorieren – was aber nicht so wirklich funktioniert, es kommt immer wieder – es tut weh und beweist sozusagen immer aufs neue die eigene Unfähigkeit. Außerdem kann sich eine unterschwellige Traurigkeit und Verzweiflung festsetzen, die die Energie frisst und sehr ungesund ist.

Viele sind der Ansicht, sie hätten als Mutter versagt, bevor es überhaupt losgeht. Aber es ist einfach nicht so, dass jede Frau sofort vor Liebe überquillt, kaum dass sie schwanger ist. Das ist völlig unrealistisch. Tatsächlich holt die Schwangerschaft jede Menge Gefühle, Ungelöstes und Probleme ans Licht und Sorgen und Angst vermehren sich auch besonders gut.

Diese fürchterliche Situation, dieser Kreislauf, den die betroffenen Frauen erleben ist durchbrechbar. Und das ist eine machbare Aufgabe, die weniger schmerzhaft ist als der bisherige Zustand. Nur ist eben das Fiese an einem Teufelskreis, dass einem der Teufelskreis vorgaukelt es wäre die einzige Realität – kein Ausweg möglich. Der Ausweg ist aber da. Aber er ist nur selten ohne eine zweite Person zu sehen und zu erreichen. Und zwar eine Person, die Schritt für Schritt mitgeht. Außerdem ist es ganz wichtig, die innere Verurteilung zu beenden (ja, auch das fühlt sich erstmal unmöglich an- ich sage nur: Teufelskreis-Gespinnst). Denn diese innere Verurteilung ist genau Bestandteil des Teufelskreises, erhält ihn aufrecht, füttert ihn. Doch der Schritt ist groß und muss oft in mehrere kleine Schritte unterteilt werden.

Fazit: Es gibt Hilfe. Es gibt Auswege.
Es ist schwierig, sie allein zu finden, weil einem der Teufelskreis die Sicht versperrt.

Der wichtigste Schritt überhaupt, ist, genau das für möglich zu halten. Und sich dafür zu entscheiden, die Situtation zu ändern, nicht stillschweigend weiterzuleiden. DAS ist die Verantwortung der werdenden Mutter in der Schwangerschaft: Sich und dem Baby gut zu tun. Und wenn da was im Weg steht – was durchaus mal vorkommt – dann ist es die Aufgabe, dieses, was im Weg liegt, wegzuräumen.

Und so kann das gehen: mit dem Coaching „Der schmerzende Wunsch – das „falsche“ Geschlecht – den Schmerz auflösen“. Fragen, unsicher? Auch eine Mail ist schonmal ein Anfang.

 
 

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Schwangerschaftbegleiterin. Ich helfe Dir, eine positive, grandiose Schwangerschaft und Geburt zu erleben.

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3 Comments

  1. reiki-harmonie 24. Juni 2016 at 11:25 - Reply

    Ich war etwas überrascht darüber, dass dies ein Thema ist, was offenbar so häufig vorkommt. Haben Sie eine Erklärung dafür? Warum gibt es so viele Frauen, die nicht nur lieber ein Mädchen haben möchten, sondern das Thema sie auch nicht unglücklich macht. Könnte es sein, dass es da einfach schlechte Erfahrungen mit dem männlichen Geschlecht gab, Vorurteile dass Jungs schwieriger sind usw. ? Was ist Ihre Erfahrung? Ich habe auch erste letztens eine schwangere Bekannte gesprochen, die dann sagte, sie hätte sich jetzt angefreundet damit, dass es ein Junge wird… Ich war etwas verwundert aber habe dazu nichts gesagt…

    • Nora Amala Bugdoll 24. Juni 2016 at 11:38 - Reply

      Hallo! Nun ja, es gibt einige Gründe dafür, wobei jetzt schlechte Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht eher nicht dazu zählen. Vielmehr hat es wohl mit der Wahrnehmung und Vorstellung von Mädchen und Jungs zu tun. Aber das Thema ist doch recht komplex und ich möchte jetzt hier keine Schlussfolgerungen über die Annahmen und Gründe schreiben, weil dies so oft und so schnell wertend verstanden wird. Ich sehe es als meine Aufgabe, dies mit den betroffenen Frauen im direkten Gespräch zu klären bzw. ihnen zu helfen, selbst Klarheit zu finden und nicht über sie und ihre Situation zu reden und zu schreiben – auch nicht im Allgemeinen. Auch wenn ich weiß, dass es eine interessante Frage auch für Außenstehende ist. Schönen Gruß und alles Gute!

      • reiki-harmonie 25. Juni 2016 at 08:37 - Reply

        Danke für Ihre Antwort. Ja das ist verständlich, dass Sie hier nicht so ausführlich darüber schreiben möchten, Ihre Antwort hat schon ausreichend dazu beigetragen, etwas mehr Verständnis dafür zu bekommen. (-;

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