Schwangerenberatungsstellen schlagen Alarm:Versorgung von Schwangeren nicht gesichert

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Jede siebte Gebärende im Land Baden-Württemberg ohne Hebammen-Nachsorge

Stuttgart, 21. September 2015
Es gibt immer weniger Hebammen, die schwangere Frauen und deren Säuglinge vor, während und nach der Geburt betreuen. Die verbleibenden Hebammen sind entsprechend überlastet und können keine neuen Klientinnen annehmen. Eine flächendeckende Versorgung ist in Baden-Württemberg nicht mehr gesichert.

In den Beratungsstellen von AWO, Caritas, Diakonie, Donum Vitae, Paritätischem, Pro Familia undSozialdienst katholischer Frauen wird der Hebammenmangel bald täglich als Problem sichtbar: Für Frauen ist es im fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft schier unmöglich, einen Platz in einem Geburtsvorbereitungskurs zu finden. In Geburtskliniken müssen Hebammen mehrere gebärende Frauen gleichzeitig betreuen. Und jede siebte Frau in Baden-Württemberg wird nicht mehr von einer Hebamme versorgt, wenn sie drei Tage nach der Geburt das Krankenhaus verlässt. Erste Folgen sind bereits erkennbar: die Anzahl der Kinder, die wegen Neugeborenengelbsucht wieder im Krankenhaus aufgenommen werden, ist gestiegen genauso wie die Anzahl der Frauen mit nachgeburtlichen Blutungen.

Neben der medizinisch-gesundheitlichen Versorgung geht mit dem Hebammenmangel auch eine soziale Komponente verloren: der Austausch mit anderen werden den Eltern. „Die Mütter sind nach der Geburt weitgehend sich selbst überlassen. Wenn der Babyblues einsetzt oder das Stillen nicht problemlos läuft, haben sie keine fachliche Ansprechpartnerin und kein Netz, um sich auszutauschen“, erklärt Eva-Maria Armbruster, Vorstandsvorsitzende der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V. „Vor allem für Erstgebärende ist dieser Zustand sehr belastend.“ Wenn man davon ausgeht, dass fast jede fünfte Frau in der Schwangerenberatung ein fehlendes soziales Netz als Problem benennt, sei der Hebammennotstand gerade in der verletzlichen Zeit von Schwangerschaft und Geburt höchst alarmierend.

In den vergangenen Jahren sind zahlreiche freiberufliche Hebammen aus der Geburtshilfe ausgestiegen oder haben den Beruf komplett aufgegeben, da die Tätigkeit generell sehr niedrig entlohnt wird und die Beiträge für die Haftpflichtversicherung drastisch angestiegen sind. Durch das Hebammen-Sterben geht ein wesentlicher Teil der Gesundheitsförderung verloren.
Der niedrigschwellige Charakter der Hebammenversorgung dient unmittelbar dem Kindeswohl und ist eine präventive Leistung erster Güte.

Die Liga der freien Wohlfahrtspflege setzt auf die Landespolitik, sich auf Bundesebene für den Erhalt des Hebammenberufes stark zu machen. Zentral ist, dass die Kassen die Arbeit angemessen vergüten. Außerdem muss das Haftungsproblem so gelöst werden, dass Hebammen nicht einen großen Anteil ihres Einkommens für die Versicherung bezahlen müssen und sich auch in Zukunft für diesen Beruf entscheiden. Ebenso sieht die Liga die Politik gefordert bei der Frage, wie Hebammen-Nachwuchs gewonnen werden kann. Die Verbände warnen davor, dass sich der Hebammenmangel bereits in drei bis fünf Jahren noch mehr zuspitzen wird.
Dann werden zahlreiche Hebammen zusätzlich aus Altersgründen ihre Tätigkeit aufgeben.

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