(c) Oliver Haja, Pixelio

Es gibt viele spirituelle Richtungen, die das körperliche Abwerten und bei denen Spiritualität immer nur Geistigkeit bedeutet. Deshalb denken viele Menschen bei „spirituell“ an hochfliegende Diskussionen, an Abgehoben sein, an Trennung vom Körper. So eine Definition passt ganz augenscheinlich nicht zur Schwangerschaft und Geburt. Nach so einer Definition ist Geburt und Schwangerschaft nichts Spirituelles. Aber wie kann das sein? Wie ist es möglich, dass das Werden und auf die Welt kommen eines Menschen nicht etwas besonderes, etwas Wertvolles sein soll?
 

Wie das Baby im inneren wächst, wie aus diesen zwei Zellen ein menschliches Wesen wird, und das mithilfe des Körpers der Frau – es ist nach wie vor ein Wunder. Ein Wunder zu erleben.

Wie dieses Baby dann mithilfe der Frau den Körper verlässt, diese Urkraft und Urgewalt, um dann endlich in den Armen der Mutter zu liegen statt in ihrem Bauch. All dies rührt unser Herz, ja eigentlich sogar mehr als nur unser Herz. Wir erleben es im ganzen Körper. Und wer zustimmt, dass sowohl Mutter als auch Kind eine Seele haben – dann sind wir mitten im Spirituellen. Wir erleben dieses Wunder auf allen Ebenen in uns.

Und diese Art von Spiritualität hat nichts Abgehobenes. Es geht hier nicht um einen hochgeistigen Prozess. Es geht um einen enorm körperlichen Prozess.

Nun kann es sein, dass jemand die zweite Sichtweise als übertrieben empfindet. Menschen haben schon immer Babys zur Welt gebracht, seit es die Menschheit gibt. Es ist etwas ganz Natürliches.

Auf jeden Fall. Und hier und heute sind wir es gewöhnt, alles was natürlich ist als minderwertig zu betrachten. Aber wie fühlt sich das an? Wenn ich schwanger bin, fühle ich mich dann nicht besonders, besonders und natürlich gleichzeitig? Natürlichkeit und Körperlichkeit kann etwas Positives und Wichtiges ja auch etwas spirituelles sein. Keine muss ihre Schwangerschaft als spirituell ansehen, wenn ihr das nicht liegt, aber es wäre schade, wenn sie ihre Schwangerschaft nicht als etwas Wertvolles erlebt.

Die moderne Psychologie hat bewiesen, dass die Mutter problemlos zum Ungeborenen Kontakt aufnehmen kann, dass dieser Kontakt nicht nur über die Hormone funktioniert und das Ungeborene auch Botschaften der Mutter empfangen und verarbeiten kann- und das Ungeborene kann selber der Mutter Botschaften übermitteln. Beide können sich schon im Bauch kennenlernen – der Vater oder andere Bezugspersonen kann auch daran teilnehmen. Seit Menschengedenken sind Menschen überall auf der Welt ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass dies so ist, es ist nur in der westlichen Welt und dort vor allem in der Wissenschaft etwas verloren gegangen. Man könnte dies jetzt eine Verbindung der Seelen nennen. Muß aber nicht .
Die Frau kann in der Schwangerschaft und während der Geburt die enorme Kraft der Natur, der Biologie, Mutter Erde, erleben. Es gibt eigentlich keinen körperlicheren Vorgang als den der Natur, ein archaisches unverfälschtes Erlebnis. Abgehobene Spiritualität passt dazu nicht. Für die Geburt müssen wir ganz im Körper sein, uns ganz öffnen und einlassen. Das ist eine wertvolle und unvergleichliche Erfahrung. Diese Erfahrung kann mensch dann unterschiedlich benennen und bewerten. Ich persönlich mit einem natur-spirituellem Hintergrund bewerte es dann als spirituell als Erlebnis mit Mutter Erde, als Erdkraft. Aber egal, was der Zettel ist, der auf dem Erlebnis klebt: Eine positiv erlebte Geburt ist erst einmal das Mächtigste, das Größte, das Frau erlebt. Einige Menschen erkennen dies einfach so an, andere benutzen Zettel wie „spirituell“ dafür.

Egal, wie mensch all das benennt, ob es nun ganzheitlich ist und uns berührt, spirituell oder biologische Tatsachen, oder ob es gar keinen „Zettel hat“. So lange uns die Schwangerschaft berührt, anrührt und wir bereit sind uns zu öffnen für das, was wir erleben und erleben können, ist es völlig egal, welche Überschrift das Erleben hat.. Nur sollten wir unser Erleben nicht eingrenzen, weil wir eine bestimmte Vorstellung von dem Ereignis bzw dem Zettel haben. Mit Offenheit und Neugierde werden wir unglaublich bereichert aus der Schwangerschaft und dem Geburtserlebnis hervor gehen.

Welches Sprititualitätsbild hast du? Und hast du einen „Aufkleber“ für dein Erleben? Teile deine Meinung mit uns.

Schwangerschaftbegleiterin. Ich helfe Dir, eine positive, grandiose Schwangerschaft und Geburt zu erleben.

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2 Comments

  1. […] veröffentlicht, der mir gefallen hat und den ich gerne an dieser Stelle kommentieren möchte: Spirituell? Hauptsache echt und schön. Hier ein Zitat: Es gibt viele spirituelle Richtungen, die das körperliche Abwerten und bei denen […]

  2. Bianka 11. Juli 2017 at 19:59 - Reply

    Das ist ein schöner Beitrag der zeigt das wir alle spirituelle Wesen sind und per Telepathie miteinander kommunizieren können. Das beste Beispiel dafür ist, dass die schwangere Mutter ihr ungeborenes Kind bereits auf diese Art und Weiße kennen lernen kann. Weil Spiritualität allgegenwärtig ist und unser Leben und uns ausmacht mehr als es die meisten Menschen zugeben möchten.

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