Wie Sie böse Überraschungen nach der Geburt vermeiden können

Babymoon im Hotel Almesberger, Österreich

In der Schwangerschaft ist Zeit, sich auch zu zweit gemütlich aufs Kind vorzubereiten. Hier geht’s jetzt nicht ums Einkaufen und auch gerade nicht ums Bücherlesen. Sondern um die Beziehung.
Jetzt ist die kuschelige Zeit, um auch die Beziehung auf das Baby vorzubereiten – gemütlich zusammen Zeit zu verbringen und sich Nahe sein.
Soweit, so klar. Um aber bei der Geburt oder der Heimkehr nicht die ersten Überraschungen zu erleben, ist es nötig und sinnvoll, dass beide Partner vorher über all ihre Annahmen, Wünsche und Vorstellungen sprechen, die mit dem Baby verbunden sind.
Vielleicht denken Sie an ein kuschelige Bett-Wohnzimmer-Zeit mit Neugeborenem, während Ihr Partner gerne mit Freunden feiern möchte. Oder umgekehrt. Vielleicht gibt es eine Art, wie ein Baby bei Ihnen oder bei Ihrem Partner in der Familie traditionell willkommengeheißen wird: Nicht dass Ihre Schwiegermutter strahlend vor der Tür steht, um den Haushalt zu führen, und Sie wissen nichts davon. Denn oft genug reden wir über Dinge, die uns klar sind oder von denen wir tagträumen nicht. Und wir reden auch oft nicht besonders detailliert über unsere Wünsche. Vom Gegenüber Gedankenlesen zu erwarten ist aber keine gute Voraussetzung für eine stabile und erfüllende Beziehung – das ist ja klar.
Also hilft nur, darüber zu reden. Über die „geheimen“ Vorstellungen und Wünsche, über die Bilder, die Sie und Ihr Partner vor sich sehen, wenn Sie an die Zeit mit dem Baby denken.
Das ist eine wunderbare Chance, den anderen noch tiefer kennenzulernen. Und selbstverständlich sollten Sie vorurteilsfrei und unterbrechungsfrei zuhören. Am besten schildern beide Ihre Vorstellungen und dann werden Sie schon sehen, was sich ergibt. Sie denken, Sie wissen es schon längst? Um so besser, fragen Sie Ihr Gegenüber, hören Sie, ob Sie recht haben. Ist das was Sie, über den anderen wissen, tatsächlich das, was dem anderen durch den Kopf geht?

Hier sind einige Vorschläge für Fragen und Themen, die Sie besprechen sollten.

  • Wie stellen Sie sich die Wehen vor?
  • Wie stellen Sie sich die Geburt vor?
  • Wie glauben Sie, dass Ihr Baby aussehen wird?
  • Wie stellen Sie sich das Nachhausekommen vor?
  • Wie stellen Sie sich die erste Zeit vor, das Alltagsleben mit Säugling? Stellen Sie es sich stressig vor mit Schlafmangel, oder entspannt gemütlich noch auf Glückswolken schwebend – oder wie sieht es in Ihrer Vorstellung aus und wer von Ihnen tut was?
  • Wie stellen Sie sich den Alltag vor, wenn der / die Partnerin wieder arbeiten muss?
  • Was sind Ihre Pläne und Vorstellungen bezüglich Arbeit und Elternzeit (Diesen Punkt haben Sie sicherlich schon besprochen)?
  • Haben Sie Angst, keine Zeit mehr füreinander zu haben? Besprechen Sie Ihre Befürchtungen, Ideen und Wünsche und auch Ihre Vorstellungen, wieviel Zeit jeder von Ihnen für sich benötigt und wie Sie sich vorstellen, dass dies funktioniert.
    Wie möchten Sie als Mutter und als Vater sein?
  • Haben Sie bestimmte Vorstellungen oder Vorbehalte was andere Familienmitglieder angeht (Onkel, Tanten, Großeltern)?
  • Was wäre, wenn Ihr Kind besonders ist, schwierig ist oder behindert wäre? Was wäre dann wichtig, wie stellen Sie sich vor, würden Sie die Situation erleben und damit umgehen? Welche Art von Emotionen stellen Sie sich dann vor, wie fühlt sich die Situation dann an?
  • Auf was freuen Sie sich schon besonders, wenn das Kind größer ist?
  • Was möchten Sie unbedingt mal mit Baby machen?
  • Wie sehen Sie Ihre Familie in ein paar Jahren?

Fragen Sie Ihren Partner nach seinen Vorstellungen, seinen Träumen, seinen Ideen. Wie stellt er sich die Situationen vor? Erzählen Sie Ihrem Partner, was Sie sich vorstellen, wenn Sie von dem Baby und Ihrer kleinen Familie tagträumen. Alles andere wird sich dann ergeben. Und auch bei sehr unterschiedlichen Vorstellungen ist es immer möglich, gemeinsame Lösungen zu finden. Sollten Unterschiede zu Tage treten, ist das hilfreich. Denn besser jetzt, hier und heute als später in einer Situation, in der zwei Erwartungen frontal aufeinanderprallen und für Stress und Streit sorgen. Und gemeinsam zu träumen, zu reden und Pläne zu schmieden oder Lösungen zu finden, macht stark. Klarheit stärkt. Es geht hierbei nicht darum, dass die Realität dann so ist, wie Sie sie wünschen, sondern darum, sich mit dem Zuhören und Einfinden als Paar zu stärken. Und so jeder Realität, egal ob wie gewünscht oder ganz anders, sicher und stark gegenüber zu stehen. Gemeinsam dazustehen und gemeinsam dann handeln zu können. Miteinander.

Also viel Spaß!
Und eine schöne Kuschelzeit.

Was sind die Themen, die bei Ihnen am wichtigsten oder kontrovers sind?

Schwangerschaftbegleiterin. Ich helfe Dir, eine positive, grandiose Schwangerschaft und Geburt zu erleben.

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3 Comments

  1. Christian 8. Februar 2011 at 13:21 - Reply

    Puh, ich glaub vorallem wenn das Kind „ungeplant“ kommt vergehen die 9 Monate schneller als Mann sich klar wird was das eigentlich bedeutet. Reden ist das wirklich das Beste was man machen kann.

    LG,
    Christian

  2. Nora Amala 9. Februar 2011 at 11:18 - Reply

    Hallo Christian,

    danke für Deinen Kommentar. Da sprichst du einen wichtigen Punkt an. Der Redebedarf ist im „ungeplant“-Fall riesig und die Situation oft kompliziert. Aber der Gesprächsbedarf ist in diesem Fall dann offensichtlich. Dass es viel zu bereden gibt, ist dann allen klar, das geht manchmal bei Wunschkindern oder wenn sich die Eltern einig geworden sind etwas unter- der Redebedarf hört dort nämlich noch nicht auf.

  3. Maxim 6. Februar 2012 at 12:21 - Reply

    Ja, die letzten Monate vor der Geburt bestanden für mich aus einem Dauerlauf aus Arbeit-Arzt-Einkaufen. Und ich war schon immer froh, wenn es einen Verkaufsoffenen Sonntag gab, dann konnte ich zumindest sicher sein, dass ich die Einkäufe schaffe und habe mir immer gesagt „in drei Jahren kannst du mal wieder eine Nacht durchschlafen.“ War eine ganz treffende Prognose. ;-)

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